Ein Partner schützt vor Alzheimer

Menschen, die im mittleren Lebensalter alleine leben müssen, erkranken deutlich häufiger an Alzheimer und anderen Gedächtnisstörungen des Alters (Demenzen), berichtet die Fachzeitschrift British Medical Journal. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler um den Psychologen Dr. Krister Hakannson von der schwedischen Växjö Universität wurden zwar bereits vor elf Monaten auf einer Fachkonferenz in Chicago vorgetragen, mit der Veröffentlichung in dem Fachjournal aber sind sie quasi amtlich.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Daten aus der Befragung von 2000 zufällig ausgewählten, etwa 50 Jahre alten Bewohnern der finnischen Regionen Kuopio und Joensuu ausgewertet, die in den Jahren 1972, 1977, 1982, oder 1987 erhoben worden waren. Durchschnittlich 21 Jahre später waren diese Menschen dann erneut befragt und medizinisch untersucht worden, um heraus zu finden, wer von ihnen an Alzheimer oder an einer möglichen Vorstufe – der leichten kognitiven Störung (MCI) – erkrankt war.

Der Vergleich der beiden Datensätze ergab, dass Menschen, die bereits im mittleren Alter alleine gelebt hatten, ein doppelt so hohes Demenz-Risiko hatten, wie diejenigen mit einem Partner. Für Witwen und Witwer, die nicht wieder geheiratet hatten, war das Risiko gegenüber den verheirateten oder zusammen lebenden Paaren sogar dreifach erhöht. Das bei weitem größte Risiko, an Alzheimer zu erkranken hatten schließlich jene Menschen, die nicht nur ihren Partner verloren hatten, sondern die auch noch den als „Risikogen“ bekannten Erbfaktor ApoE4 in sich trugen.

„Mit einem Partner zu leben könnte eine geistige und soziale Herausforderung sein, die im Alter vor Gedächtnisstörungen schützt“, deuten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse. Dieser Zusammenhang müsse allerdings noch in weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

Quelle: Hakkanson K. et al. Association between mid-life marital status and cognitive function in later life: population based cohort study. BMJ 2009;339:b2462

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